Reisebericht 2010


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Reisebericht 2010

Nach em Räge schint d’Sunne“……………….. Kirchenchorreise ins Schwabenländchen!

 

Dunkle Regenwolken hingen am Himmel und Petrus hatte sämtliche Schleusen geöffnet, als eine stattliche Anzahl Kirchenchormitglieder der Pfarrei Bruder Klaus, Oberwil, in den Car stieg. Diesmal hatte unser erprobter Reiseleiter, Geri Iten, die Route nach Norden gewählt. Die Reise ging flott voran, im Wagen war es noch sehr ruhig, die Abfahrtszeit war ja auch empfindlich früh………….und schon bald erreichten wir den ersten Kaffeehalt in Neunkirch. Spätestens dann waren alle Reisenden wach und die Gespräche wurden lauter und anregender. Zu aller Freude stiess zudem unser Organist  Pius Dietschi zu uns und nach dem belebenden Kaffee und einem Gipfeli fuhren wir weiter durch das Schweizer Weingebiet um Hallau, wo uns bereits die erste Überraschung erwartete.  Auf freiem Felde durften wir vom Car auf drei Pferde-Planwagen umsteigen, die uns durch Feld und Heide durch die wunderschöne Landschaft führten, vorbei an Weinbergen, Getreideäcker und vereinzelten Bauernhäuser.  Leider strafte uns ein bissiger Wind und die kühle Temperatur um die Fahrt wirklich zu geniessen, nur gerade im Wagen des Dirigenten wurde zur Stärkung ein Glas Wein gereicht!

Weiter ging die Reise über die Grenze ins Schwabenländchen, entlang der „Säuschwänzlebahn“, einer nostalgischen, wiedererstandenen Dampfbahn, welche während des Krieges als Verbindung von Ost nach West (oder umgekehrt!) gebaut worden war. Den Namen erhielt sie wegen der vielen Kurven, die sie von einer Talseite auf die andere überwinden muss. 

Unser freundlicher, zuverlässiger und aktiver Chauffeur Wendelin hielt uns stets auf dem Laufenden und gab so manche Erklärung, die uns die Reise kurzweilig und äusserst interessant machte.

Das Mittagessen wurde uns in Blumberg serviert, wo Vegetarier ebenso wie die „Fleischigen“ ihren Hunger stillen konnten.  Die anschliessende Weiterfahrt erlaubte es einigen, ein Nickerchen zu machen, denn noch immer war der Himmel verhangen und die Sicht durch die Scheiben eher düster und grau.

In Tuttlingen erwartete uns eine winkende Ursula Pfulg, sie war mit dem Zug nachgereist und schloss sich trotz gesundheitlicher Beschwerden der Reisegesellschaft an. Die Fahrt entlang der Donau, erst ein unscheinbares „Rinnsal“, später sogar zum Teil versickert, dann aber „auferstanden“ zu einem immer breiter werdenden Fluss war sehr eindrücklich. Der nächste Höhepunkt liess nicht auf sich warten: Besichtigung und kurze Führung durch die Kirche des Klosters Beuron.  Zuerst führte uns Wendelin jedoch noch zu einem eindrücklichen Aussichtspunkt, dem „Knopfmacherfelsen“, von wo sich ein herrlicher Blick auf das Donautal und das Kloster bot.

Im Beuron angekommen,  gab der junge Pater Maurus einige Erklärungen zum Kloster und seiner Geschichte und der anschliessende kurze Gesangsauftritt des Chors rundete diesen Teil der Reise ab. Unser Präses Michael hatte uns zuvor mit Reflexionen über unseren Kirchenpatron Bruder Klaus, dessen Fest wir am Reisetag feierten, zum Nachdenken angeregt.

Doch es gab kein „Zurücklehnen“! Bald schon erreichten wir das letzte Ziel dieses Tages, die Stadt Sigmaringen, wo wir – trotz Wind und Kälte – einer äusserst interessanten Stadtführung beiwohnen durften. Mit schwäbischem Charme brachte uns Barbara Lische die pittoreske Stadt näher, orientierte uns über den neuen, jungen Fürsten ( der im Schloss wohnt!) und viele weitere geschichtliche Ereignisse, die diesen Ort in der Vergangenheit berühmt gemacht hatten:  der Kirchenpatron St. Fidelis ( erschlagen von prättigauer Bauern!!) die Hohenzoller, der Prinzenpark ( kurze Zeit Sitz der französischen Regierung !) und vieles mehr.  Wären da nur die eiskalten Füsse und z. Teil nassen Jacken nicht gewesen………man hätte gerne noch länger gelauscht.

So aber waren alle glücklich, als wir im Hotel „Fürstenhof“ unsere schönen Zimmer beziehen durften. Nach einer warmen Dusche oder einem kleinen „Vorschläfchen“ trafen wir uns zum Nachtessen im Speisesaal, wo wir nach kulinarischen Leckerbissen einen geselligen Abend bei Gesprächen, Gesang und Musik erleben durften.  Es leben Pius und Armon am Keyboard und Trudy oder Armon am Akkordeon, es leben die „alten“, heute leider fast  vergessenen Volkslieder!

Ein echter Höhepunkt war an diesem Abend bestimmt die Hochform unserer Organistin Trudy, welche uns voller Stolz von der berühmtesten „Sinserin“ erzählte!  Genau:  die neue Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

Nach em Räge……………schien die Sonne, wahrhaftig, wer hätte dies gedacht!  Der Morgen zeigte sich taufrisch, eine wunderschöne Herbststimmung lag über der Landschaft und die Sonne versuchte zaghaft den kühlen Morgen zu erwärmen.  In dieser Stimmung verliessen wir den Fürstenhof, nach einem feinen „Zmorgebuffet “notabene, und liessen uns zufrieden zurück Richtung Süden, nach Schloss Salem chauffieren. Wiederum schweiften unsere Blicke über die weiten, fruchtbaren Ebenen, entlang an Mais- und Getreidefeldern und blumengeschmückten Häusern.

 Zu allem Vergnügen brachte uns Präsidentin Josy etliche Karten zur Unterschrift, die die „Daheimgebliebenen“ erfreuen sollten.  Leider packte René jedoch die „Reihenfolge des Weitergebens“ nicht, was ihm eine Rüge etlicher mitreisender Damen einbrachte!!  Zu guter letzt jedoch waren alle Grüsse von allen unterzeichnet und die Aufregung legte sich.

 

Die grosszügige Anlage des Schlosses Salem, heute ein berühmtes Internat für Zahlungskräftige, bescherte uns einen individuell gestalteten Morgen. Besonders eindrucksvoll ist die Kirche mit ihrer filigranen Alabaster-Ausstattung an Säulen und Altären. Ob im Lustgarten, dem Labyrinth, den Klostergängen oder im Glasbläserei-Shop, alle waren beschäftigt und zufrieden.

Schon war es Zeit zum Mittagessen, welches uns im Restaurant „Apfelblüten“ im nahen Dorf zubereitet wurde.  Unser Appetit stiess an seine Grenzen und manch eine(r) liess eines oder mehr der leckeren Hasenfilets liegen, die schwäbischen Portionen übertrafen unseren Hunger. Wir erinnern uns jedoch sicher gerne an die traditionellen „Spätzle“ und das frische Gemüse!

 

Wohlgenährt setzten wir uns wieder in den Reisebus in Richtung Bodensee.  Ziel war die Stadt Diessenhofen, wo unser neuer Stadtpfarrer einst gewirkt hatte, weshalb wir ihm dann auch einen Kartengruss sandten.  Geri entpuppte sich als stimmiger Stadtführer, zeigte uns die schönsten Örtchen und eröffnete uns die nächste Überraschung: eine Bootsfahrt auf dem Rhein von Diessenhofen nach Stein am Rhein. Zuerst aber liessen wir noch unsere Stimmen in der reformierten Kirche erklingen.

Danke Petrus, dass du uns Sonnenschein und annehmbare Temperaturen gewährtest, wir konnten den „Apéro“ und den kleinen Lunch draussen auf dem Deck des Ausflugsschiffes geniessen. Einen herzlichen Dank den Verantwortlichen, die uns diese Wegzehrung bescherten, aber auch unserem „Häsi“, der sie uns mitgetragen hatte!

Voller schöner Eindrücke, intensiver Gespräche und erfrischender Lacher sanken wir gegen sechs Uhr abends in die bequemen Polster unseres Cars und erreichten – trotz regem Verkehr und Stau durch die Stadt Zürich – unsere Heimatstadt Zug kurz vor acht Uhr.

Wiederum war uns eine unvergessliche Reise mit gutgelaunten MitsängerInnen beschert worden, Geri hab Dank!

 

Maria Gianella

 
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